Traumschule

Von der Schule träumen? Eher nicht, meint eine Schülerin aus der 5b im PP Unterricht (15/16) mit Blick auf die Rechte und Pflichten, die beispielsweise Schülerinnen und Schüler 1896 in einer Dorfschule zu beachten hatten. Aber – was ist da heute besser: riesige Klassen, lange in der Schule sitzen ohne Disko, ohne Kino, Hausaufgaben machen, zu viel schreiben, immer das tun, was der Lehrer sagt, bemängelt ein Mitschüler. Die Gruppe lacht.

Traumschule

Dann lasst uns doch eine Schule erfinden, in der es keine Hausaufgaben mehr gibt und wir auch keine Klassenarbeiten mehr schreiben müssen! Super, von so einer Schule träume ich auch, schwärmen die Schülerinnen und Schüler und schon gewinnt die Schule der Zukunft Konturen: In einer Klasse lernen nicht mehr als 7 Schülerinnen und Schüler, die sich ihre Sitzpartner selbst wählen können. Die Schule beginnt um 10.00 Uhr, endet spätestens um 15.00 Uhr und den Stundenplan gestalten die Kinder mit...

Aber nicht nur in der Schule, sondern vor allem auch außerhalb der Schule wird das Lernen zum Entdecken, was auch bedeutet, dass man nicht immer alles aufschreiben muss. Einer Erlebnisschule sei außerdem förderlich, im Schulzoo mit allerlei Lieblingstieren Kontakte zu pflegen, drei Mal pro Woche jeweils in einer Doppelstunde sportlich zu toben, ins Schwimmbecken zu springen, anschließend zu duschen, die Welt nach eigenen Ideen künstlerisch zu gestalten, und vor allem selbstständiger zu lernen.

Traumschule

Auf einer spannenden Entdeckungsreise darf ein Reisender ein Mal pro Woche in der Schule übernachten, und zwar nicht nur dann, wenn die Reise ins Phantasialand geht. Eine Busstation ermöglicht dann die Weiterreise Schulranzen müssen nicht mehr geschleppt werden, da jedes Kind über ein eigenes Schulfach verfügt. Schmackhafte Mahlzeiten gibt es kostenlos. In der Mensa können Jungen und Mädchen getrennt voneinander sitzen.

Wie aber könnte eine solche Traumschule aussehen? Schnell nahm das Modell aus beklebtem Karton im schwungvollen Wirbel farbenfreudiger Wandbemalungen eine abwechslungsreiche Gestalt an, die keine einfachen Flachdächer duldet..

In einem kreativen Gebäudeblock entdeckt der interessierte Schulgänger über der Bibliothek und unterhalb des Kunstraumes eine Werkstatt, in der jeder nach seinen eigenen Vorstellungen bauen kann. Künstlerische Arbeiten sind dann in einem schuleigenen Museum zu bewundern. In der Diskothek tanzen auch die Lehrer mit bevor sich die Bewegungsfreudigen in dem oberhalb gelegenen Restaurant erfrischen können und bei Bedarf sich ins nächste Stockwerk, ins Hotel begeben können. Für Film interessierte ist über der Aula ein Kino eingerichtet, von dem aus Schülerinnen und Schüler zum Kiosk hochsteigen können, um sich beispielsweise mit Popcorn zu versorgen. Spiel-, Fitness- und Chillraum bilden übereinander gelegen einen weiteren Gebäudekomplex ebenso wie Sporthalle und Museum. Die Klassenräume sind in einem einzigen ebenerdigen Bau mit Satteldach untergebracht und liegen direkt gegenüber dem Zoo.

Traumschule

In ihrem Projekt „Traumschule“ konnten die engagierten Schülerinnen und Schüler bereits „Träume“ verwirklichen: z.B. miteinander eigene Konzepte entwickeln, sich auch bei unterschiedlichsten Vorstellungen auf realisierbare Möglichkeiten veränderter Rechte und Pflichten einigen, Ideen anschaulich gestalten, nicht nur schreiben, sondern auch vom Lernen träumen: eine Erlebnisreise...

Bei dem Projekt engagierten sich: Alara, Anna, Aylin, Azra, Berra, Hanna, Irem, Nebi und Tim.

Dr. M.A. Bußhoff

Fotos: Kimberly A., 10a