Die Mediation an unserer Schule
Die Mediation (lat. Vermittlung) wird bei uns seit 10 Jahren ab der 9. Klasse als zweites Wahlpflichtfach angeboten. Sie hat die Aufgabe Konflikte meist unter jüngeren Mitschülern nach einem bewährten Prinzip mit den Konfliktparteien zu lösen.
Die Schülerstreitschlichtung entlastet die Lehrer und die Schulleitung, da sie sich nicht mehr mit jeder Auseinandersetzung befassen müssen.
Um die Schüler gut auf ihre neue Verpflichtung vorzubereiten, werden sie im ersten Jahr als (Kl.9) ausschließlich als Streitschlichter ausgebildet.
Diese Ausbildung beinhaltet das erwerben folgender Fähigkeiten: aktives Zuhören, Ich- Botschaften senden, Deeskalationstechniken, Rollenspiele und das "Ritual der Schlichtung". Das Coaching übernehmen zwei gleichzeitig unterrichtende Lehrer, zurzeit sind dies Frau Daub und Frau Kuhrmann, die die Mediation seit 5 Jahren betreuen.
Die letzten zwei Monate in Klasse 9 dürfen die Schlichter bereits aktiv an Schlichtungen, die in der ersten und zweiten Pause stattfinden, teilnehmen, allerdings nur unter der Aufsicht bereits ausgebildeter Schlichter der Klasse 10. Ende der Klasse 9 erhalten die Schüler ein Zertifikat, dass sie nun fertig ausgebildete Mediatoren sind, dies wird ihnen mit dem Zeugnis ausgehändigt.
Während sich das erste Jahr der Mediation auf die Vorbereitung konzentriert, ist der Schwerpunkt des zweiten Jahres praktischer Natur, in diesem Jahr wird hauptsächlich in zweier Teams geschlichtet.
Die Mediatoren unserer Schule der Klasse 9

Die Mediatoren unserer Schule der Klasse 10

Frau Daub (Mediations- Lehrerin) stellt sich den Fragen einer ihrer Mediatoren:
| Mediatorin: | Seit wann wird die Mediation an der Peter-Ustinov-Schule angeboten? |
| Frau Daub: | Seit 1998. |
| Mediatorin: | War es ein Projekt, oder hat der Schüleralltag dies erforderlich gemacht? |
| Frau Daub: | Im Kollegium war der Wunsch da, die Umgangsformen und den gewalttätigen Umgang zuverändern. Das ganze damalige Kollegium hatte an einer Fortbildung teilgenommen und dann die Form der Durchführung festgelegt. Sie wurde auch ins Schulprogramm aufgenommen. |
| Mediatorin: | Wer (welche Klassen) führen die Streitschlichtung durch? |
| Frau Daub: | Die 9er werden ausgebildet und ab Ende 9 sind sie bis zu ihrem Abgang SchlichterInnen, in anderen Schulen gibt es auch jüngere Schlichter. |
| Mediatorin: | Kann jede/r Mediator werden? |
| Frau Daub: | Im Prinzip ja. Manchmal entwickeln gerade chaotische Schüler besonderen Eifer. Sie müssen bereit zur Verantwortung sein. |
| Mediatorin: | Wie sieht die Gestaltung des Unterrichts im Wahlpflichtfach Mediation aus? |
| Frau Daub: | Schüler lernen für sich und die Schlichtung z.B. aktives Zuhören, Ich-Botschaften, Deeskalation, Rollenspiele und das Ritual der Schlichtung. |
| Mediatorin: | Welches "Handwerkszeug" erhalten die SchülerInnen, um als Mediator tätig zu werden? |
| Frau Daub: | Einen Plan wie die Schlichtung läuft und mit Supervision (Rollenspielen) wird dieses Ritual trainiert. |
| Mediatorin: | Wie sieht ein Schlichtungsgespräch aus? |
| Frau Daub: | Begrüßung/ Darstellung des Streits/ Spiegelung, sich der Gefühle bewusst werden, Lösungen finden und eine Vereinbarung treffen. |
| Mediatorin: | Mediation - eine Form der Streitschlichtung- sehen Sie diese als einzige Möglichkeit Konflikte auszutragen? |
| Frau Daub: | In der 5. Klasse (eigentlich schon früher) kann "Anders streiten" trainiert werden. So haben alle Schüler Möglichkeiten friedlicher miteinander umzugehen. Gewaltprävention muss in allen Klassen etabliert sein/werden. |
| Mediatorin: | Ist die Mediation aus Ihrer Sicht die beste Methode um Konflikte zu lösen? |
| Frau Daub: | Für einen Teil der Konflikte: ja. |
| Mediatorin: | Was unternehmen Sie bei Schülern, die sich auf diese Form der Streitschlichtung nicht einlassen? |
| Frau Daub: | Schüler- Lehrer Gespräche (mit Beratungslehrern), Klassenkonferenz je nach Fall oder ggf. Hinweise auf professionelle Beratung. |
| Mediatorin: | Kann die Mediation nicht auch bei Konflikten zwischen Lehrern und SchülerInnen angewendet werden? |
| Frau Daub: | Im Prinzip ja, aber es ist eine Frage des Sich- Einlassens auch der Lehrer. |
| Mediatorin: | Hat die Mediation in Zukunft noch den gleichen Stellenwert für die Schule? |
| Frau Daub: | Da Konflikte zu unserem Alltag gehören und es manchmal gut ist einen Katalysator (Schlichter) zu haben, ja. Im Übrigen wird es auch zunehmend außerhalb des schulischen Lebens im öffentlichen Raum praktiziert. |
Anna Keul