Nachstehend die Reaktionen der Presse auf die Verleihung der MUS-E Plakette:

Kölner Stadt-Anzeiger vom 18.12.2008

Kommunikation ist eine Kunst

Unterricht auf der Bühne

Die Yehudi Menuhin Stiftung verlieh der Peter-Ustinov-Realschule feierlich die "MUS-E" Plakette.

VON ANJA ELSEN

Nippes - Katharina und Melanie aus der sechsten Klasse spielen eine Anwältin und ihre Mandantin. Auf zwei Stühlen sitzen sie nebeneinander auf der Bühne in der Aula der Peter-Ustinov-Schule. Nur zwei Worte wiederholen sie während ihres ganzen Dialogs - ihre Vornamen. "Kaathhaariiina", mal lang gezogen und vorwurfsvoll, mal bittend gejammert, mal ein fordernder Schrei "Melanie" - so kommunizieren die beiden, unterstützt durch Körpersprache. Der Zuschauer versteht sofort, worum es in dieser Szene geht: Wenn Mandantin Melanie nicht etwas zugänglicher wird, wandert sie ins Gefängnis.
Mit einem "Unterricht auf der Bühne" zeigten die Schüler der "MUS-E"-Klassen 6b, 6c und 7d, wie man sich nur mit Körpersprache und verschiedenen Sprechweisen verständigen kann. In verschiedenen Partner-und Gruppenübungen improvisieren sie für die Zuschauer Tanz- und Schauspieleinlagen, zeigten Übungen wie "Spiegelbild" und "Gefühlswechsel", Schulleiter Peter Szidat berichtete, dass in den 18 Monaten, in denen die Kinder von den Künstlerinnen Benedetta Reuter (Tanz) und Lella Boos (Theater) im Rahmen des Lehrplans unterrichtet wurden, Persönlichkeitsformung und Steigerung des Selbstbewusstseins sichtbar wurden. Dieses Projekt sei auch ein erfolgreiches Mittel der Integration. Dass sich die beiden Namensgeber Peter Ustinov und Yehudin Mehuhin persönlich kannten und schätzten, sieht er augenzwinkernd als gutes Omen.
Der weltberühmte Geiger Yehudi Menuhin hat fest an die Kraft der Kunst geglaubt. Seine Vision war es, dass Kunst als Universalsprache dazu beitragen kann, Grenzen zu überwinden. 1993 hat er daher eine Stiftung in Brüssel ins Leben gerufen uns seit 1999 wirkt "MUS-E" - das künstlerische Programm für Schulen – auch in Deutschland. "MUS-E" will über die kontinuierliche Arbeit mit Künstlern die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen stärken, um Kreativität und soziale Kompetenz zu stärken.
Drei Jahre lang werden die Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche für zwei Schulstunden von Tänzern oder Schauspielern unter Mitwirkung der Lehrer unterrichtet. Mittlerweile gibt es in Deutschland 165 Schulen, die nach dem "MUS-E"-Prinzip arbeiten. Die Peter-Ustinov-Realschule bekommt dafür zusätzliche finanzielle Unterstützung aus der Sir-Peter-Ustinov-Stiftung, zu der es seit langem gute Kontakte gibt.
Martina Peters von der Yehudi Menuhin Stiftung überreichte Schulleiter Szidat nach den Vorführungen in der Aula als Höhepunkt des Tages der Offenen Tür jetzt die offizielle "MUS-E"-Plakette. Diese tut als Qualitätssiegel und sichtbares Zeichen am Schuleingang kund, dass hier Schüler musisch-künstlerisch gefördert werden. Was die Kinder mit Stolz erfüllt. Katharina (12) erklärt nach der Darbietung selbstsicher: "Mir machen der Schauspielunterricht und auch das Vorführen riesigen Spaß." Getreu nach Menuhins Vision: "Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen."

Kölner Wochenspiegel, Nummer 52 vom 23.12.2008

Eine Plakette für Leistungen

Peter-Ustinov-Realschule mit Qualitätssiegel

Nippes. Und die Jungs standen Kopf. Es war eine geradezu perfekte Breakdance-Vorführung, die Schüler der Peter-Ustinov-Realschule gerade auf der Bühne ihrer Aula gezeigt hatten.
Nicht nur der "Tag der offenen Tür" war der Grund für ihren Einsatz. Vielmehr demonstrierten die Klassen 6b, 6c und 7d in tänzerischen und schauspielerischen Einlagen, warum ihre Realschule die „MUS-E-Plakette“ aus den Händen von Juliane Bentz, Projektkoordinatorin der Yehudi-Menuhin-Stiftung, lobte insbesondere den Einsatz von Tänzerin Benedetta Reuter und Schauspielerin Lella Boos: "Sie haben den Kindern an dieser Schule erfolgreich eine andere Welt des Lernens eröffnet." Einmal pro Woche arbeiten die beiden Frauen künstlerisch mit den Schülern.
MUS-E ist die Abkürzung für "Musical Schools for Europe". Das Hauptprojekt der nach dem berühmten Geiger Yehudin Menuhin benannte Stiftung ist in europaweites Programm für Schulen. Über die Arbeit mit Künstlern soll sich die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen entfalten, ihre Kreativität und Ausdrucksfähigkeit gefördert und ihre soziale Kompetenz gestärkt werden. MUS-E macht insbesondere Kindern in sozial benachteiligten Stadtteilen den Zugang zu Kunst erfahrbar und legt Wert darauf, dass „Vielfalt von Individualität und kultureller Herkunft jede Gemeinschaft bereichert“. Schulen, die diese Anforderungen erfüllen, werden mit der Plakette aus Qualitätssiegel ausgestattet.
Seit vergangenem Schuljahr nimmt die Peter-Ustinov-Schule an dem Projekt teil. Finanziert wird es an diesem Lehrinstitut durch die Peter-Ustinov-Stiftung. "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit MUS-E gemacht", erklärte Schulleiter Peter Szidat, der das Zertifikat entgegennahm. "„Kulturelle Bildung ist ein Wert an sich. Sie fördert die Konzentrationsfähigkeit, erleichtert auch das Lernen von Mathe und Deutsch."
Darüber hinaus lernten seine Schüler in den Tanz- und Schauspieleinlagen, gemeinsam durch Tiefs zu gehen und den Erfolg dafür am Ende auch gemeinsam auszukosten. Szidat: „Eine wichtige Erfahrung.“ An seiner Schule werde aber auch jenseits von MUS-E viel Wert auf Kunst gelegt. „Wir arbeiten eng mit der Rheinischen Musikschule zusammen, verfügen über drei Bläserklassen, einen Chor und zwei Theater-AGs“. Knapp 30 Prozent seiner 672 Schülerinnen und Schüler lernten mit externen Künstlern.