Vorstellung und Kurzbeschreibung des Projektes:
"Nicht Chicago. Nicht hier"
Szenische Lesung des Jugendromans von Kirsten Boie.
Am 5.11.2008 ist die Theater-AG mit der Szenischen Lesung des Jugendromans "Nicht Chicago. Nicht hier." In der Schlosserei Köln aufgetreten.
Der Roman wurde unter Anleitung durch die Projektleiter in eine überwiegend dialogische Struktur gebracht. Einige, besonders atmosphärisch wichtige, Erzählpasssagen blieben erhalten und wurden einer Spielfigur zugeordnet. Die Hauptfigur Niklas wurde in einen sprechenden/handelnden und einen "denkenden"/ Monologe führenden Protagonisten aufgeteilt. Die Sprecher(die Figuren im Buch) saßen entsprechend den Hauptspielorten "Elternhaus/Familie", "Schule/Klassenzimmer, "Karls Zimmer", "Polizeirevier" und "Straße" zusammen und bildeten so szenische Einheiten.
Nach Vorgabe der Handlung wurden diese Plätze von den Sprechern gewechselt. Jeder Sprecher agierte je nach Situation die Handlung angedeutet aus. Im Vordergrund standen jedoch Dialoge, die allerdings mit größtmöglicher emotionaler Identifikation gesprochen wurden. Gesprächs- und Konfliktpartner sprachen sich jeweils direkt an und reagierten aufeinander.
Zeitsprünge oder Ortswechsel wurden durch einen Gong (Schlagzeugbecken) angekündigt. Der zunehmende "Telefonterror" im Elternhaus von Niklas wurde durch Einspielung akustisch erlebbar gemacht. Es entstand eine intensive und dichte Auseinandersetzung Jugendlicher mit dem Thema "Mobbing" anhand einer Erzählung "auf Augenhöhe". Die Schülerinnen und Schüler interpretierten den Text ausdrucksstark und einfühlsam.
Schon während der Textarbeitsphase (die Buchvorlage in eine dialogische Struktur zu bringen)zeigte sich, dass das Thema des Buches den Schülerinnen und Schüler in ihrem Alltag bekannt war und sie daher oft über einzelne Passsagen intensiv diskutierten und Vergleiche mit ihrer Realität anstellten. Häufig konnte man bei den Schülerinnen und Schülern eine Reflexion der eigenen Verhaltensweise bzw. der Verhaltensmuster in best. Gruppierungen, über das Geschehen im Buch hergeleitet, beobachten.
Projektentwicklung
Die Kooperation mit der Theatergemeinde Köln und die Aussicht auf einen Auftritt in der Schlosserei Köln motivierten die Teilnehmer ganz besonders. Mit viel Motivation gingen wir an die Arbeit.
Da die Teilnehmer nicht über Spielerfahrung verfügten, mussten sie zunächst ein Grundverständnis für die im szenischen Spiel erforderlichen Ausdrucksmittel entwickeln. Hierzu unternahm ich unterschiedliche, aufeinander aufbauende Übungsschritte, die die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen sollten, sich in der übernommenen "Rolle" sicherer zu fühlen. Weiterhin sollten sie zu einer differenzierten Selbst- und Fremdwahrnehmung befähigt werden.
Gleichzeitig zu den Übungen wurde die Textarbeitsphase(die Buchvorlage in eine dialogische Struktur zu bringen)durchgeführt. Häufig sah die Arbeit so aus, dass ich mit den Teilnehmern ca. um 14.00 Uhr begann, die Übungen durchzuführen und Herr Hein später hinzu kam und dann die Textarbeit mit dem besonderen Schwerpunkt auf die richtige Lesart der Dialoge, die mit größtmöglicher emotionaler Identifikation gesprochen werden mussten. Schülerinnen und Schüler, deren Lesekompetenz nicht ausgebildet war oder die Schwierigkeiten hatten (Artikulation, Betonung, laut, leise und doch hörbar usw.) wurden von mir und teilweise von Herrn Hein in zusätzlichen Einzelstunden unterrichtet. In jeder Phase des Projekts haben die Teilnehmer an allen Entscheidungen mitgewirkt uns sie daher auch mitgetragen.
Ayla Celik / Spielleiterin